Mein erster Schritt zum Blog

Ich habe mich zu einem Blog entschieden.

Das ist ein Schritt für mich. Ein Schritt mich zu erweitern und meine persönlichen Grenzen ein Stück zu überschreiten. Ein kleines Wagnis. Mein Mann würde sagen „ein moderates Risiko“.

 

Was nehme ich in mir wahr?

Eine kleine Aufgeregtheit, etwas gesteigerter Herzschlag. Mein Blut wallt durch meinen Körper. Mein Blick wandert aus dem Fenster in die Ferne. Während meine Augen entspannen, ist meine Aufmerksamkeit in meiner Phantasie. Ein inneres Bild entsteht. Wenn ich ein Wort dafür suche, taucht „Vision“ auf. Eine Vision von „Ich teile mich mit.“. Ich mache etwas offen, öffentlich, was in mir ist. Als ich diese Worte finde kommt eine Welle der Erregtheit über mich. Moderat ;-)

Ich bevorzuge es, mich zu öffnen und mitzuteilen, wenn ich mein Gegenüber sehen, hören, riechen kann. Meine Gefühle, Gedanken, Empfindungen mit einem unbekannten Gegenüber zu teilen ist ungewohnt. Das ist das, was sich riskant anfühlt bei dem, was ich gerade mache.

Das wird mir in diesem Moment, indem ich mich beobachte und meine Beobachtungen aufschreibe, bewusst.

 

Im Vorfeld gab es Widerstände: Alles andere ist wichtiger, interessanter, ich kann jetzt noch nicht, habe keine Zeit. Jetzt zu beginnen, fühlt sich gut an. Ein Schritt. Ein erster Schritt, den ich gehe. Meine leichte Aufgeregtheit rückt wieder in mein Bewusstsein. Eigentlich nicht unangenehm. Es fühlt sich sehr wach an. Und jetzt, wo ich schreibe, auch leicht. Es fließt.

 

Diese Erfahrung habe ich im Laufe meiner Gestalttherapieausbildung und auch danach oft gemacht. Ich habe gelernt, mich besser zu verstehen und das, was in mir passiert, sicherer zu deuten: Das Abwenden, das Zugreifen, die Aufregung, die Begeisterung, Euphorie und auch Angst.

 

Ich liebe diese starken Gefühle. Viele Jahre habe ich gesagt: „meine Gefühle sind einfach zu stark“. Meine Begeisterungsfähigkeit und meine Traurigkeit, meine Sehnsucht und meine Scham. Alles war mir irgendwie zu viel. Im Laufe der Jahre sind sie meine Freundinnen geworden. Nicht immer und überall, aber im Grunde. Und ich habe meine Gefühle viel mehr zu schätzen gelernt. Schätze das, was sie mir helfen zu bewegen. Wo sie mir helfen und auch wo es gilt sie zu überwinden und zu überschreiten. Gerade zum Beispiel die Angst. 

 

Meine Angst ist mein Sparringspartner. Sie fordert mich immer wieder heraus. Mittlerweile fordere auch ich sie heraus. Indem ich an einigen Stellen bewusst auf sie zuschreite und gucke was ich ihr abluchsen kann. Sie ist meine gute Beschützerin. Aber es gilt auch immer ihr Territorien, die sie besetzt hat, wieder abzuringen. Ein bisschen schlitzohrig komme ich mir dabei vor.

Heute habe ich ihr wieder etwas abgerungen: Ich teile etwas von mir mit, in einen Raum mit einem Gegenüber, das ich nicht kenne. Spannend!

 

So, der Text ist geschrieben. Eine Zufriedenheit breitet sich in mir aus. Ich spüre, wie meine Mundwinkel leicht nach oben wandern und mein restliches Gesicht sich entspannt anfühlt. Mein Atem hat viel Raum und kann gut fließen.

Jetzt muss ich den Text noch online stellen. Eine neue Aufregungswelle flutet durch mich…

 

Was ringst du deiner Angst manchmal ab? Hat das für dich etwas mit Achtsamkeit zu tun?

 

Wünsche dir einen schlitzohrigen Tag, 

anne

 

 


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Anne Schricker | Heilpraktikerin für Psychotherapie / 040 31 81 43 23 / info@anne-schricker.de